Oberkaufungen. Eine Blüte liegt auf dem Wasser. Langsam öffnet sie sich. Ein vor Ort aufgenommener Filmclip für die Brot-für-die-Welt-Aktion begleitet die Fürbitten in der Stiftskirche. Dazu erklingt: „O Lord, hear my prayer“ – Herr, höre mein Gebet. Die Gedanken wandern zu Menschen, deren Brunnen versiegen oder deren Ernten Überschwemmungen zum Opfer fallen.
„Ohne Wasser kein Brot – wie wird es gerecht?“ Diese Frage stand im Mittelpunkt des Erntedankgottesdienstes am 27. September. In einer kleinen Talkshow moderierte Pfarrer Bernd Müller ein Gespräch mit Pfarrerin Dr. Christina Bickel sowie Brigitte Molter und Vikar Mawuli Assimadi vom Zentrum Ökumene in Frankfurt.
„Ich verbinde Wasser mit Privileg“, sagte Assimadi. Er erzählte aus seinem Geburtsland Togo: Vor oder nach der Schule mit einem Eimer zum öffentlichen Brunnen zu gehen, gehört zu seinen eigenen Erfahrungen. Ein Wasseranschluss im Haus erspart diese Arbeit, ist aber keineswegs selbstverständlich. Assimadi warb für gegenseitige Solidarität und dafür, die Erfahrungen und Initiativen der Menschen vor Ort ernst zu nehmen.
Brigitte Molter berichtete von Kleinbauernfamilien im peruanischen Andenhochland. Partnerorganisationen von Brot für die Welt helfen ihnen, Regenwasser aufzufangen, Böden zu schützen und Felder wassersparend zu bewässern. So können auch unter schwierigen Bedingungen wieder Ernten gelingen.
Dankbarkeit und Verantwortung verband Christina Bickel miteinander: „Wenn wir um unser tägliches Brot bitten, reicht dieses ‚unser‘ über unseren eigenen Tisch hinaus.“
Gemeinschaft wurde auch hörbar: Die Gemeinde sang und musizierte mit Trommeln und Rasseln. Elke Phieler an der Orgel und der Posaunenchor unter Carsten Noll gestalteten den musikalischen Rahmen. Das Vaterunser beteten Bickel und Assimadi abwechselnd auf Deutsch und Ewe.
Die Küsterinnen Monika Klaus und Ute Strobe hatten die Kirche festlich geschmückt; Carsten Woidt und Hans-Georg Brauer unterstützten die Technik. Die Erntegaben waren für die Kasseler Tafel bestimmt, die Kollekte für die Katastrophenhilfe der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.
Beim anschließenden großen Suppenessen wurde weiter geteilt: Die gespendeten Suppen brachten die Besucherinnen und Besucher miteinander ins Gespräch. Geldspenden unterstützten die eigene Gemeindearbeit. So fand die Bitte um das tägliche Brot ihre Fortsetzung beim gemeinsamen Essen.
Einen ausführlicheren Bericht finden Sie hier.