Mitgleider aus den Internaionalen Gemeinden beim Gottesdienst auf dem Römerberg am Pfingstmontag 2025 Grover Rondonuwu/jki-rhein-main

Internationale Gemeinden

Das weltweite Christentum ist vielfältig, multikulturell und bunt – und seit Jahrzehnten mitten unter uns. Es lebt in der Vielfalt der Menschen, die aus den unterschiedlichsten Ländern und Kontinenten stammen, und die sich hier in meist muttersprachlichen Gemeinden organisieren.

Die Vielzahl der Gemeinden und Frömmigkeitsstile variiert ständig: Neue Gemeinden entstehen, bisherige Gemeinden lösen sich auf oder bilden Tochtergemeinden. Die evangelische Kirche ist herausgefordert, diese Vielfalt nicht nur wahr-, sondern sie als christliche Geschwister auch ernst zu nehmen.  

Christliche internationale Gemeinden sind häufig zu Gast bei deutschen Gemeinden mit mehr oder weniger engen Berührungspunkten und Kooperationen. Häufig kommt es dabei zu Fragen bezüglich der theologischen Ausrichtung, aber auch der Praktikabilität von Kooperationen. Hierzu dient unter anderem der 1999 gegründete Internationale Konvent Christlicher Gemeinden Rhein-Main e.V. in dem sich internationale Gemeinden zusammengeschlossen haben.

Mit der koreanischen Gemeinde Rhein-Main und der indonesischen Kristusgemeinde hat die EKHN bereits zwei Mitgliedsgemeinden aus den Reihen der internationalen Gemeinden. Mit dem Himmelsfels in Spangenberg besteht darüber hinaus auf dem Gebiet der EKKW ein ökumenischer Lernort, an dem vielfältige Begegnungen initiiert und multikulturelles Christentum eingeübt werden kann.

In jüngster Zeit kommen – als Folge weltweit anhaltender Wanderungsbewegungen und der nach Deutschland kommenden geflüchteten Menschen – neue Herausforderungen sowohl auf die internationalen Gemeinden als auch auf unsere landeskirchlichen Gemeinden zu.

Im Zentrum Oekumene beraten wir sowohl deutsche als auch die internationalen Gemeinden und helfen, theologische Einschätzungen vorzunehmen und verlässliche Beziehungen aufzubauen und zu vertiefen. Darüber hinaus gilt unser besonderes Augenmerk der Stärkung der Interkulturalität der beiden Landeskirchen auf allen Ebenen.

Seit einigen Jahren gibt es sie: die Ausbildung zum*zur Interkulturellen Lektor*in. 

Lektor*innen sind Menschen, die einen Gottesdienst selbständig leiten. Dazu erstellen sie aber keine eigene Predigt, sondern tragen eine Lesepredigt vor. Um das tun zu können, bekommen sie von der Landeskirche eine Beauftragung, nachdem sie einen Ausbildungskurs abgeschlossen haben.

Die Ausbildung zum*zur Interkulturellen Lektor*in richtet sich an Menschen mit Migrationsgeschichte, die gerne in deutschsprachigen Gemeinden Gottesdienste feiern möchten. 

Die Ausbildung dauert 1 ½ Jahre und besteht aus mehreren eintägigen Unterrichtseinheiten, zwei Wochenendseminaren sowie einem praktischen Teil, der in einer deutschsprachigen Gemeinde durchgeführt wird. Einen besonderen Schwerpunkt bilden bei diesem Kurs die eigenen Erfahrungen der Teilnehmenden, ihre kulturellen und konfessionellen Hintergründe, sowie die Auseinandersetzung mit der deutsch geprägten Kultur der Landeskirche.   

Kosten entstehen für diese Ausbildung keine – sie werden von der Landeskirche und den entsprechenden Dekanaten übernommen.

Voraussetzung für die Teilnahme ist die Mitgliedschaft in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. 

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Pfarrer Joachim Bundschuh

Internationale Gemeinden

Ritva Prinz

Sachbearbeitung