Angesichts der alarmierenden Situation im Sudan unterstützt die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) die Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe mit 25.000 Euro. Das Hilfswerk warnt vor Wasser- und Nahrungsmittelknappheit für Hunderttausende Menschen und mahnt, die Krise in dem vom Krieg gezeichneten nord-ostafrikanischen Land nicht zu ignorieren.
„Es ist gut, dass die Diakonie Katastrophenhilfe auch solche Orte in den Blick nimmt, die weniger stark im Fokus der Nachrichten und der Öffentlichkeit stehen“, sagt Dr. Diethelm Meißner, Dezernent für Diakonie und Ökumene in der EKKW. Er verweist auf die Lage in der sudanesischen Stadt El-Obeid, in der Hunderttausende Schutz suchen und die seit mehreren Monaten unter Beschuss steht. Einwohner und Vertriebene haben aktuell nur eingeschränkten Zugang zu Nahrung und Trinkwasser. „Als EKKW wollen wir die Arbeit von zivilen Organisationen im Sudan unterstützen, mit denen die Diakonie Katastrophenhilfe zusammenarbeitet“, erläutert Meißner.
Die Lage in der Provinzhauptstadt El-Obeid verschlechtere sich von Woche zu Woche, weil Lastwagen mit Nahrungsmitteln und Treibstoff beschossen und die Infrastruktur der Stadt angegriffen werde, schildert das Hilfswerk. Auch die Situation der Menschen in den Lagern werde immer katastrophaler. In den Camps überlebten Schutzsuchende nur mit dem Wenigen, was noch von außen in die Stadt komme und Einwohner teilen können. Die Reserven seien aufgebraucht, berichten Partnerorganisationen der Diakonie Katastrophenhilfe. Deren Präsidentin, Dr. Dagmar Pruin, warnt: „Die Zivilbevölkerung im Sudan leidet seit mehr als drei Jahren unter einem Krieg, in dem das humanitäre Völkerrecht wiederholt verletzt wird. In El-Obeid spielt sich vor unseren Augen eine weitere Tragödie ab, die das Leben vieler Menschen bedroht.“
Hintergrund: Seit April 2023 führen das sudanesische Militär SAF und die paramilitärische Miliz RSF einen von beiden Seiten brutal geführten Krieg gegeneinander. Mehr als 30 Millionen Menschen im Sudan – rund zwei Drittel der Bevölkerung – sind laut den Vereinten Nationen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Doch Hilfsorganisationen werden behindert und es herrscht Hunger.
Hinweise zu Spendenmöglichkeiten und weitere Informationen zur Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe finden Sie hier.