Kompaktkurs Weltanschauungen: Gemeinsam den Überblick behalten

veröffentlicht 16.06.2026, Zentrum Oekumene

Wie können wir spirituelle Angebote verantwortungsvoll einordnen? Wie können wir mögliche Gefahren für Gesellschaft und Demokratie aus neureligiösen und weltanschaulichen Strömungen frühzeitig erkennen und ihnen begegnen? Um Fragen wie diese ging es bei dem deutschlandweit ersten ökumenisch organisierten Kompaktkurs für Weltanschauungsfragen, an dem auch das das Zentrum Oekumene mitwirkte.

Wer glaubt was – und wenn ja, warum? Zwischen September 2025 und Mai 2026 hat der erste „Ökumenische Kompaktkurs Weltanschauungsfragen“ in Frankfurt, Fulda und Kassel stattgefunden. Der Kurs umfasste mehrtägige Kurswochen und drei digitale Studientage.

Das ökumenische Fortbildungsangebot machte die riesige Bandbreite an unterschiedlichen neureligiösen, spirituellen und weltanschaulichen Phänomenen zum Thema: Es reicht von esoterischen Praktiken, über christliche Sondergruppierungen bis hin zu Verschwörungstheorien und Life-Coaching-Angeboten und ist schier unüberschaubar geworden. Ziel war es, fundiertes Wissen zu dieser Vielfalt zu liefern und einen kompetenten Umgang mit ihr einzuüben, um falsche und ungerechte Einschätzungen zu vermeiden. Dabei ging es einerseits um fundierte theologische Grundlagen, aber auch um ganz konkrete Begegnungen, die vertieftes Verständnis und Dialog förderten. So besuchte der Kurs die europäische Zentrale der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in Frankfurt und bekam interessante Einblicke, auch ein Besuch in der anthroposophischen Siedlung „Loheland“ bei Fulda stand auf dem Programm.

Acht kirchliche Mitarbeitende aus dem deutschsprachigen Raum schlossen den Kompaktkurs erfolgreich ab. Teilnehmende reisten aus allen Himmelsrichtungen an, etwa der Diözese Bozen-Brixen in Italien. Neben Weltanschauungsbeauftragten gehörten Personen aus dem Pfarramt und der Religionspädagogik zum ökumenisch zusammengesetzten Kurs.

Das Fortbildungsprogramm bestand aus wissenschaftlichen Impulsen zu weltanschaulichen Phänomenen und Gruppierungen, aber genauso wichtig waren die Gespräche untereinander – Erfahrungsaustausch, Rat, Absprachen und praktisches Einüben etwa von Beratungssituationen. 

Immer wieder zeigte sich im Laufe der Fortbildung, dass der Wissens- und Arbeitsbereich der „Weltanschauungsfragen“ in unseren Zeiten gesellschaftspolitisch bedeutend und damit ein gemeinsames ökumenisches Arbeitsfeld für beide Kirchen ist. Im Austausch mit Vertretern aus Politik und Medien wurde die kirchliche Weltanschauungsarbeit als Anlaufstelle benannt, um mögliche Gefahren für Gesellschaft und Demokratie, die aus dem weltanschaulichen Bereich hervorgehen können, korrekt und differenziert einordnen zu können.

Organisiert wurde die Fortbildung von der Weltanschauungsarbeit der Evangelischen Kirchen Kurhessen-Waldeck und Hessen-Nassau (Zentrum Oekumene), den Bistümern Limburg und Fulda sowie dem Theologisch-Pastoralen Institut Mainz.

Mehr Einblicke in die kirchliche Weltanschauungsarbeit erhalten Sie hier: Home | Spirituelle Apotheke, einem gemeinsamen ökumenischen Projekt der kirchlichen Weltanschauungsbeauftragten.

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