Berlin, 24. September 2026 // Der Beschuss von Zügen, Märkten und Wohnhäusern tötet immer mehr Zivilisten im Ukraine-Krieg. Angriffe auf die Energieinfrastruktur halten unvermindert an. „Die Menschen in der Ukraine stehen vor dem schlimmsten Winter seit Ausbruch des Kriegs. Sie haben weder Kraft noch ausreichend Zeit, sich vor ballistischen Raketen und Drohnenschwärmen in Sicherheit zu bringen. Die angekündigten Gespräche zur Ukraine am Rande der UN-Vollversammlung müssen erreichen, dass Angriffe auf die Zivilbevölkerung unterbunden werden. Dazu sind die Kriegsparteien durch das humanitäre Völkerrecht verpflichtet“, sagt Dagmar Pruin, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe.
„Wir erleben einen Krieg, der keinen Frontverlauf mehr kennt und sich Monat um Monat zuspitzt. Den Preis zahlt die Zivilbevölkerung: In den ersten acht Monaten dieses Jahres sind bereits mehr Zivilisten getötet worden als im gesamten Vorjahr. Diese Eskalation muss dringend enden. Andernfalls droht eine neue Dimension des Krieges, wenn zunehmend eng bewohnte Stadtteile zum Ziel von Angriffen werden.“, betont Dagmar Pruin. Nahezu jeden Tag stehen Metropolen wie Kyjiw, Cherson, Charkiw oder Odessa unter Beschuss. Seit Beginn des Krieges sind laut UN-Angaben fast 17.000 Zivilisten getötet worden.
„Alle ukrainischen Städte sind heute aktives Kriegsgebiet“, beschreibt Andrij Waskowycz, Büroleiter der Diakonie Katastrophenhilfe in Kyjiw, die Lage. Die U-Bahnstationen, die gleichzeitig als Luftschutzeinrichtungen dienen, seien überfüllt und der Nahverkehr zwischen den Stadtteilen von Kyjiw oft stundenlang unterbrochen. „Der psychologische Druck auf die Menschen steigt. Sie versuchen, ihren Arbeits- und Lebensalltag zu organisieren, aber jeder Tag wird zur Ausnahme vom Alltag.“ Die Folgen der Angriffe seien mittlerweile selbst in Supermärkten spürbar, da Warenlager und Liefersysteme gezielt angegriffen würden. „Das führt dazu, dass sich die Regale in Supermärkten sichtlich leeren. Es gibt zwar keine Knappheit im Land, aber die Lieferprobleme vor allem in Frontnähe wachsen“, sagt Waskowycz. Dadurch drohen in den Wintermonaten nicht nur Strom- und Wärmeengpässe, sondern auch Probleme beim Zugang zu Nahrungsmitteln.
Zusammen mit sieben Partnerorganisationen wird die Diakonie Katastrophenhilfe die Hilfe ab Oktober in fünf Projekten fortführen und ausbauen. Die Partnerorganisation PARD hatte bereits im Juni damit begonnen, Haushalte durch hybride Energiesysteme widerstandsfähiger zu machen. Herkömmliche Heizsysteme werden dabei mit Notstromgeneratoren oder mit Photovoltaikanlagen samt Batteriespeichern kombiniert, um so einen kompletten Energieausfall zu umgehen. Weitere Organisationen verteilen Bargeld für Winterkleidung oder Heizmaterial. Mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amts können Evakuierungen aus Frontgebieten, psychosoziale Unterstützung und einkommensschaffende Maßnahmen durch Berufsqualifizierungen weitergeführt werden.
Die Diakonie Katastrophenhilfe ruft zu Spenden auf:
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