„Veränderungen müssen wir nicht fürchten!“

veröffentlicht 26.03.2026 von Zentrum Oekumene, Zentrum Ökumene

Am 16. März kamen im Zentrum Verkündigung der EKHN in Frankfurt Pfarrerinnen und Pfarrer mit Auslandserfahrungen aus der EKHN und der EKKW zusammen.

Ihre beruflichen Wege könnten vielfältiger kaum sein: Sie reichten von Lehrtätigkeiten im Ausland über Auslandsvikariate bis hin zur Mitarbeit in Partnerkirchen oder mehrjährigen Einsätzen in deutschen Auslandsgemeinden – und das auf allen Kontinenten, von Schottland bis Australien, von Chile bis Japan.

Eingeladen hatten Ulrike Scherf, stellvertretende Kirchenpräsidentin der EKHN, Diethelm Meißner, Dezernent für Diakonie und Ökumene der EKKW, sowie Christina Schnepel, Leiterin des Zentrums Oekumene. Insgesamt nahmen 36 Pfarrerinnen und Pfarrer aus den beiden hessischen Landeskirchen teil. Im Mittelpunkt des Treffens stand die Frage, welche Impulse aus den internationalen Erfahrungen für die kirchliche Arbeit vor Ort gewonnen werden können – insbesondere angesichts tiefgreifender Veränderungen in der deutschen Kirchenlandschaft.

Ein zentrales Motiv zog sich durch die Gespräche: die im Ausland oft selbstverständliche Flexibilität und die Bereitschaft, sich immer wieder auf neue Situationen einzulassen. Ob politische Umbrüche oder strukturelle Veränderungen in den Gemeinden – Anpassungsfähigkeit gehört vielerorts zum Alltag. Daraus erwächst eine Haltung, die Veränderung nicht als Bedrohung, sondern als Chance begreift.

Die Teilnehmenden berichteten, wie ihre Auslandserfahrungen den Blick auf zentrale Fragen kirchlichen Lebens geschärft haben: Was bedeutet kirchliche Identität? Welche Rolle spielen Zugehörigkeit, Gebäude und finanzielle Ressourcen? Und wie gestaltet sich die Beziehung zwischen Kirche und Menschen in unterschiedlichen Kontexten? Die Pfarrerinnen und Pfarrer betonten zudem die geistliche Dimension ihrer Arbeit: viele zehren vom Gottvertrauen, das sie abseits vertrauter, landeskirchlicher Strukturen im Auslandsdienst erlebt haben. Das ermutig und stärkt in den aktuellen Veränderungsprozessen, neue und andere Erfahrungsräume zu öffnen und Begegnung zu ermöglichen. 

Der gemeinsame Tenor des Treffens: Wer solche Erfahrungen gemacht hat, bringt nicht nur Offenheit für Veränderung mit, sondern auch die Bereitschaft, diese aktiv mitzugestalten. Mit Vertrauen und Zuversicht wollen die Teilnehmenden neue Wege für die Kirche in Deutschland mitgehen und aktiv mitgestalten.

Im kommenden Jahr wird der begonnene Austausch am Montag, 15. März 2027 fortgesetzt.